9. Spieltag (29. 5. 2011)
Concordia Viersen I - SG Rochade Krefeld I 6 : 2
Nach über zwei Monaten Pause hatten wir noch ein letztes Spiel zum Abschluß der Mannschaftssaison und vor der nächsten, drei bis vier Monate langen Pause bis zum nächsten Spiel. Es war eine unterhaltsame und, jedenfalls auf unserer Seite, gut gelaunte Pausen-Unterbrechung. Könnte man öfter so halten.
Am letzten Spieltag der Bezirksliga 2010/11 hatten wir, wie vor (fast) genau einem Jahr, ein Heimspiel gegen die Krefelder SG Rochade. Theoretisch konnte es in diesem Spiel noch um etwas gehen: Wir hatten noch eine rechnerische Chance auf den Aufstieg, die Krefelder hatten den Klassenerhalt noch nicht sicher. Letztlich fiel die Entscheidung aber an anderen Spielorten, und sie fiel so, daß beide Mannschaften zur nächsten Saison in der Bezirksliga bleiben.
In unserer Aufstellung fehlte heute Fußballtrainer Frank, für ihn kam Wolfgang zum zweiten Einsatz in der Mannschaft. Die Gäste boten an den hinteren Brettern sogar doppelten Ersatz auf.
Über die abgelehnten Remisangebote habe ich diesmal keine Strichliste geführt. Kurze Remispartien gab es diesmal keine. Die erste Partie war nach gut drei Stunden beendet, danach ging es in schnellem Rhythmus weiter, und nach genau vier Stunden fiel in der letzten Partie die Klappe.
(Brett 2) Armin Thelen – Rainer Grunenberg 1 : 0
Armin erreichte im Mittelspiel eine aufgeräumte Stellung mit gleichem Material (mit Spinger gegen Läufer), in der ihm nur die bessere Beweglichkeit seine Figuren einen kleinen Vorteil einbrachte. Diesen nutzte Armin sehr schön, installierte seine Schwerfiguren auf der 7. Reihe und verstärkte seine Initiative so lange, bis die schwarze Königsstellung nicht mehr zu verteidigen war.
(Brett 7) Horst Steimel – Michael Oehlers 0 : 1
Michael verschaffte sich in einer weitgehend geschlossenen Stellung Raum zum Angriff am Damenflügel. Er besetzte die einzige offene Linie mit drei Schwerfiguren, tauschte Material ab und vollendete danach leichthändig: während die weißen Figuren unbeweglich festgelegt waren, machte Michael sich einen Freibauern und marschierte los – den Rest ließ sein Gegner sich nicht zeigen.
(Brett 4) Ralph Bemba – Friedel Zenke ½ : ½
Ralph überraschte seinen Gegner mit einem kleinen taktischen Schlag, in Folge dessen sich ein interessantes Materialverhältnis ergab: Ralph erhielt die Dame und zwei Bauern gegen zwei Läufer und einen Springer. Im weiteren Verlauf drängte er die schwarzen Figuren immer weiter zurück, es reichte aber nicht, um die Festung vor dem schwarzen König zu knacken. Schließlich bot Ralph bei gutem Stand für unsere Mannschaft Remis an, was sein Gegner sofort akzeptierte.
(Brett 6) Michael Gerndorf – Bernd Ramrath 1 : 0
In einer Stellung mit entgegengesetzten Rochaden öffnete Michael die Stellung vor seinem König, um Material zu gewinnen und Platz für seine Angriffsfiguren zu schaffen. Im entscheidenden Moment berechnete Michael eine Zugfolge länger und präziser als sein Gegner, wodurch er eine Figur gewann. Damit war die Vorentscheidung gefallen. Zwar versuchte der Krefelder weiterhin, Gegenspiel zu bekommen, aber erfolglos, Michael brachte die Partie sicher nach Hause.
(Brett 1) Thomas Ruprecht – Michael Glinzk ½ : ½
Michael war mit seiner Stellung zeitweise nicht zufrieden, konsolidierte sie dann aber wieder. Fast gleichzeitig mit Ralph bot auch Michael Remis an, sein Gegner überlegte länger und nahm schließlich an.
(Brett 3) Jan Berg – Christoph Hollender ½ : ½
In meiner Partie geschah nicht viel. Nach 21 Zügen hatten beide Seiten auf dem Brett nichts erreicht und nur noch eine Viertelstunde Bedenkzeit. Ich bot Remis, mein Gegner dachte nochmals einige Minuten über ein Qualitätsopfer nach, fand aber keinen Vorteil und gab sich darum mit der Punkteteilung zufrieden.
(Brett 5) Ralf Knickrehm – Egon Klaus ½ : ½
Egon gewann im Mittelspiel einen Bauern und kam damit schnörkellos ins Endspiel. Im Turmendspiel gab er den Mehrbauern zurück, um einen Freibauern beweglich zu machen. Nach dem Abtausch aller übrigen Bauern schickten schließlich beide einen Freibauern ins Rennen, die beide gleich schnell waren – Unentschieden.
(Brett 8) Wolfgang Rothkugel – Roland Friedrich 1 : 0
Wolfgang machte es am Ende noch einmal spannend. Im Mittelspiel überspielte er seinen Gegner völlig, gewann nacheinander einige Bauern, einen Läufer, eine Qualität. Dann investierte Wolfgang viel Zeit in die Suche nach einem möglichst schönen Schluß, erreichte aber „nur” ein Herzschlagfinale, das ein Dutzend Zuschauer gebannt beobachteten. Im 34. Zug fing Wolfgang an zu blitzen – da hatte er noch 15 Sekunden Bedenkzeit gegenüber mehr als 6 Minuten seines Gegners. Den 40. Zug schaffte Wolfgang knapp vor der Zeitüberschreitung, hatte inzwischen einen Turm eingebüßt und nur noch zwei Bauern Vorteil. Während nun der Krefelder Spieler über seinen 40. Zug nachdachte, lief der Rest seiner Bedenkzeit ab – Wolfgang sah dies als erster, reklamierte blitzschnell und sicherte sich damit den letzten Punkt im letzten Mannschaftskampf der Saison.
Mit dem heutigen Ergebnis können wir zufrieden sein. Keine Partie ging verloren, es ist unser höchster Sieg seit mehr als zwei Jahren und der höchste Heimsieg seit unserem Aufstieg in die Bezirksliga.
Damit endet eine Saison, mit der wir überwiegend zufrieden sein können, obwohl es auch ein paar Rückschläge gab. In einer weitgehend ausgeglichenen Liga haben wir stets vorne mitgespielt, den möglichen Aufstieg aber verpaßt. Immerhin hat es am Ende zum 3. Tabellenplatz gereicht, zwei Plätze besser als im Vorjahr.
Die meisten Punkte sammelte (nicht unerwartet) unser Neuzugang Michael Gerndorf an Brett 6, gefolgt von Michael Oehlers und zwei Spielern, die nicht Michael heißen. Michael Hartges und Wolfgang Rothkugel blieben als (Stamm-) Ersatzspieler ungeschlagen. Beim Blick auf die Einzelergebnisse fällt diesmal die hohe Anzahl der Remis ins Auge: Armin, Egon und ich brachten es jeweils auf 6 Remis in 9 Partien, Michael Oehlers auf 5 – vielleicht ist auch dies ein Ausdruck des ausgeglichenen Spielniveaus in dieser Liga.
Unsere „Fankurve” wurde heute von unserem Ehrenvorsitzenden Paul vertreten.
Außerdem kam ein Beobachter vom Ligakonkurrenten Heinsberg, der die Partien interessiert verfolgte und den Zwischenstand nach Hause telefonierte.
Nach dem Spiel feierten wir den Saisonabschluß bei Sonne und Wind auf der Terrasse des Cafe Mokka. Fotos vom reichlich gedeckten Tisch werden vielleicht nachgereicht. Vielleicht.
Ansonsten sieht man sich nach der nächsten Pause wieder ... In diesem Sinne: Auf eine schöne Saison 2011/2012 !
Christoph Hollender
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Stand: 29. Mai 2011
